Nicht im Vorbeigehen

Zwischen Steinen liegen bleiben

Zwischen den Steinen liegt ein toter Vogel.

Ich habe ihn erst beim Vorbeigehen gesehen. Eigentlich war ich schon weiter, dann bin ich noch einmal zurück. So ein kurzer Moment, in dem man merkt, dass man sonst einfach drüber hinweggegangen wäre.

Er liegt da zwischen den hellen Steinen, die vom Wasser rund geschliffen sind. Alles wirkt ruhig, fast gleichmäßig. Und mittendrin dieser dunkle Körper, der einmal geflogen ist.

Es ist kein schöner Anblick. Aber auch keiner, den man wegschieben muss.

Eher etwas, das einen kurz rausnimmt. Aus dem Tempo, aus dem Weitergehen, aus diesem ständigen „noch schnell hier, noch schnell da“. Man steht einfach da und schaut hin.

Und merkt, dass das dazugehört.

Nicht als große Erkenntnis. Eher leise. Dass Leben und Ende nicht getrennt sind, sondern nebeneinander liegen. So wie hier, zwischen Steinen und Wasser.

Ich bin danach weitergegangen. Ein bisschen langsamer.