Nicht im Vorbeigehen

Toter dunkler Vogel liegt zwischen hellen rundgeschliffenen Kieselsteinen.

Zwischen den hellen Steinen lag ein toter Vogel.

Ich hatte ihn erst gesehen, als ich fast vorbei war. Ein paar Schritte weiter blieb ich stehen und ging zurück. Nicht aus Neugier. Eher, weil da etwas lag, das beim Weitergehen fast verschwunden wäre.

Der Vogel lag auf rundgeschliffenem Kies. Weiße Steine, graue Steine, ein paar rötliche dazwischen. Alles hell, körnig, gleichmäßig. Dazwischen der dunkle Körper. Zerzauste Federn, feucht oder schon stumpf geworden. Ein Flügel lag schmal über den Steinen, der Kopf war kaum noch zu erkennen.

Vorher war da Bewegung gewesen. Flügel, Richtung, ein kurzer Schatten über dem Boden. Jetzt lag er dort, schwer zwischen den Steinen. Niemand hatte ihn abgelegt. Niemand schien ihn zu vermissen.

Schön war das nicht. Aber auch nichts, wovor man sofort wegsehen musste.

Ich stand kurz da. Die Steine blieben hell, der Körper blieb dunkel. Kein Geräusch, keine Veränderung. Nur dieser kleine Bruch im Gehen.

Dann bin ich weiter. Nicht erschüttert. Nur langsamer.