Waldlandmeer ist kein Gegenentwurf und kein Konzept. Es ist eher eine Fortsetzung – nur leiser.
Über viele Jahre bin ich gereist, habe geschrieben, fotografiert, Orte besucht, Menschen getroffen. Irgendwann merkte ich, dass mich weniger das Neue interessiert als das Bleibende. Nicht die Attraktion, sondern das, was unter der Oberfläche liegt.
Mich zieht es in Landschaften, die Raum lassen. In Städte, deren Häuser Geschichten tragen. In Gassen, in denen sich das Licht verändert, je nachdem, wie man steht. Vielleicht hängt das auch mit meinem eigenen Weg zusammen – mit Handwerk, mit Baustellen, mit dem Blick auf Materialien, die altern dürfen.
Ich sehe ein Fachwerkhaus heute anders. Nicht nur die Fassade, sondern die Konstruktion, das Holz, die Spuren. Und in einer Küstenlinie sehe ich nicht nur Weite, sondern Bewegung, Wind, Veränderung.
Waldlandmeer ist für mich ein Ort, an dem diese Beobachtungen Platz haben. Ohne Eile. Ohne den Anspruch, etwas Besonderes liefern zu müssen. Texte entstehen nicht, weil ein Datum es verlangt, sondern weil etwas geblieben ist.
Ich schreibe nicht, um zu überzeugen. Und nicht, um zu bewerten. Eher um festzuhalten, was mich beschäftigt. Manchmal ist das ein Spaziergang am Meer. Manchmal eine Stadt, die sich nicht sofort erschließt. Manchmal nur ein Detail an einer alten Tür.
Es ist mein Blick. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
