Ich bin nicht fertig mit dem Reisen.
Der Blick hat sich verändert. Früher ging es stärker um neue Orte, neue Wege, neue Eindrücke. Heute bleibe ich eher an Fassaden hängen, an Licht, an alten Türen, an Küsten, an Material und Spuren.
Über viele Jahre bin ich gereist, habe fotografiert, geschrieben, Orte besucht, Menschen getroffen. Das ist nicht vorbei. Es ist nur leiser geworden. Mich interessiert weniger der schnelle erste Eindruck. Wichtiger ist, was an einem Ort sichtbar wird, wenn man nicht sofort weitergeht.
Eine Gasse, in der das Licht je nach Standpunkt anders fällt. Ein Haus, das nicht glatt saniert wurde. Eine Küstenlinie, an der Wind, Wasser und Wetter mehr verändern als jede Planung. Wege, Mauern, Holz, Stein. Kleine Dinge, die nicht laut sind und trotzdem hängen bleiben.
Mein eigener Hintergrund spielt dabei mit. Handwerk, Baustellen, Material, Oberflächen. Ich sehe ein Fachwerkhaus heute anders als früher. Nicht nur als altes Haus, sondern als Konstruktion. Balken, Reparaturen, krumme Linien, angesetzte Stücke, alte und neue Farbe, Spuren von Zeit.
Auch Landschaften sind für mich keine Kulisse. Wald, Land und Meer verändern sich mit Licht, Wetter, Jahreszeit und der eigenen Müdigkeit. Ein Weg am Wasser kann wichtiger sein als der Ort, zu dem er führt. Manchmal bleibt nach einer Reise kein großer Überblick, sondern nur ein Ausschnitt: ein Fenster, ein nasser Stein, ein Bahnsteig, ein Stück Himmel zwischen Häusern.
Waldlandmeer sammelt solche Beobachtungen. Städte, Küsten, Landschaften, alte Häuser, Wege am Wasser, Licht auf Fassaden, Spuren von Nutzung und Orte, die nicht sofort alles zeigen.
