Binz im Mai – Tage am Ostseestrand

Ostsee Wellen Binz

Binz im Mai fühlt sich anders an, als ich es erwartet hatte. Man denkt an volle Strände, lange Promenaden und viele Menschen. Doch an diesen Tagen war es erstaunlich ruhig. Am Donnerstag und Freitag wirkte der Ort fast leer. Erst zum Wochenende hin kamen mehr Besucher, aber selbst dann blieb genug Raum für lange Spaziergänge am Wasser.

Die Ostsee zeigte sich frisch. Wir standen bis zu den Knien im Wasser – anfangs ziemlich kalt, aber nach kurzer Zeit überraschend angenehm. Ein bisschen wie Kneippen, nur eben mit Blick auf den weiten Strand und den offenen Horizont.

Wir liefen viel in diesen Tagen. Der Strand von Binz ist breit, der Sand fest, und das Gehen fällt leicht. Möwen begleiteten uns ein Stück, manchmal nur der Wind und das gleichmäßige Rauschen der Wellen. Am Ende eines Tages waren es oft viele Kilometer, ohne dass man es wirklich gemerkt hätte.

Die Sonne meinte es gut mit uns. Ein sonniges Maiwochenende, warme Strahlen im Gesicht – und am Ende sogar ein kleiner Sonnenbrand auf der Nase. Abends wurde es dann wieder frisch, so wie es an der Ostsee eben ist.

Zwischendurch Kaffee und Kuchen, später natürlich ein Fischbrötchen. Bei Kuse gab es eines, das besonders hängen blieb. So gut, dass wir am nächsten Tag gleich noch einmal hingegangen sind.

Kurhaus am Binzer Strand

Unser Quartier war der Binzer Hof. Ein kleines Hotel, angenehm ruhig und fast familiär. Morgens grüßte man sich beim Frühstück mit einem einfachen „Guten Morgen“. Eine kleine Geste, die heute längst nicht überall selbstverständlich ist.

Neben den Spaziergängen am Strand zog es uns auch einmal Richtung Prora. Der lange Gebäudekomplex wirkt bis heute eigenartig. Man kennt seine Geschichte, und vielleicht ist es gerade deshalb ein Ort, der nachdenklich macht.

Strandspazierganz in Binz

Ein Ausflug nach Sellin fiel dagegen eher kurz aus. Die Seebrücke ist architektonisch interessant, auch der Weg hinunter zum Strand hat etwas. Aber insgesamt fühlte sich der Ort für uns sehr touristisch an. Also kehrten wir bald wieder zurück.

Am Steg lag gerade ein Schiff, das entlang der Küste zurück nach Binz fuhr. Wir sprangen kurzerhand an Bord. Die Fahrt über das Wasser, der Blick auf die Küste und die Wälder Rügens – das war einer dieser ruhigen Momente, die man später noch erinnert.

Abendstimmung am Strand von Binz

Die Tage vergingen mit einfachen Dingen: lange Wege am Strand, frische Luft, kleine Pausen zwischendurch. Mal ein gutes Essen, mal eines, das man schnell wieder vergisst.

Am Ende blieb vor allem dieses Gefühl von Ruhe. Viel Meer, viel Wind und das stetige Rauschen der Ostsee.

Wir haben beschlossen, wiederzukommen.